Materialien zum Unterricht

Myas Welt der Physik: Mya ist total angezogen! – Magnete und Magnetfelder

Myas Schlüsselbund ist in den Gully gefallen. Also hat sie sich im Internet einen Neodym-Supermagneten bestellt. Seitdem kleben Büroklammern an ihrer Gürtelschnalle, Kater Erwins Futterdose verfolgt sie durch die Küche, und der Kühlschrank lässt sie nicht mehr los. „Ich bin eben ein anziehender Mensch“, sagt Mya. Theo und Paul wollen trotzdem wissen, wie das funktioniert. Neu dabei ist Nadja, eine Kompassnadel mit sehr ausgeprägtem Orientierungssinn. Lumi ist ein Lichtfleck und damit völlig unmagnetisch. „Mich zieht hier nichts an“, sagt Lumi stolz.

Physik Klasse 11 (Leistungskurs), Thema Dauermagnete, Magnetfelder um stromführende Leiter und die Darstellung magnetischer Felder. Die Sprüche sind albern, die Physik nicht: Die Feldbilder in Station 3 werden aus dem ampèreschen Modell exakt berechnet (Magnete als Kreisströme), der Ørsted-Versuch in Station 4 mit B = μ0 · I / (2πr) und dem Erdmagnetfeld (waagerechter Anteil in Deutschland etwa 19 µT). Mit Profi markierte Teile greifen dem Thema magnetische Flussdichte vor. Zum Vergleich: Elektrische Felder und Elektrische Ladung.

Myas Sicherheitsregel: Neodym-Magnete schnappen mit gewaltiger Kraft zusammen und quetschen Finger. Nicht verschlucken, weg von Herzschrittmachern, Bankkarten und Festplatten. Und weg von Kater Erwin, der hängt sonst am Heizkörper.

Station 1: Myas Kramkiste – was ist magnetisch?

Mya kippt ihre Kramkiste auf den Tisch. Wähle einen Gegenstand aus und lass Mya mit dem Hufeisenmagneten darüberfahren. Vorher tippen lohnt sich: Ein paar Dinge sind echte Überraschungen. Unter Pol-Duell treten Theos und Pauls Stabmagnete auf Rollwagen gegeneinander an, unter Am Faden hängt Mya einen Stabmagneten frei drehbar auf.

Was legt Mya unter den Magneten?

Station 2: Der Nagel-Doktor – Elementarmagnete

Warum wird ein Eisennagel magnetisch, wenn man ihn mit einem Magneten streicht, und warum ist das nach ein paar Hammerschlägen wieder vorbei? Mya erklärt es mit Elementarmagneten: Im Eisen stecken unzählige winzige Magnete (genauer: kleine Bereiche, die Weiss-Bezirke). Sind sie wild durcheinander, heben sich ihre Wirkungen auf. Wie viele Büroklammern an der Nagelspitze hängen bleiben, zeigt, wie stark der Nagel magnetisiert ist. Unten versucht Paul, mit einer Zange einen einzelnen Nordpol herzustellen.

Ordnung–
Pole–
Temperatur–
Büroklammern–
Der Nagel
Pauls Stabmagnet

Aufträge: ① Streiche den Nagel mehrmals von links nach rechts. Welches Ende wird zum Nordpol? Und von rechts nach links? ② Entmagnetisiere den Nagel auf zwei verschiedene Arten. ③ Erhitze den magnetisierten Nagel. Ab welcher Temperatur ist es mit der Ordnung vorbei? ④ Schafft Paul es, einen einzelnen Nordpol herzustellen?

Station 3: Das Feldlinien-Labor – Magnetfelder sichtbar machen

Magnetfelder sieht man nicht, aber man kann sie sichtbar machen: mit Eisenfeilspänen auf einer Glasplatte, mit vielen kleinen Kompassnadeln oder als Feldlinienbild. Die Feldlinien zeigen außerhalb eines Magneten vom Nordpol zum Südpol, so wie das rote Ende einer Kompassnadel. Wähle ein Rezept oder baue selbst. Ziehe Magnete, Leiter und Nadja mit der Maus oder dem Finger. Ein Leiter ist von vorn gezeichnet: ⊙ heißt, der Strom kommt aus dem Bildschirm auf dich zu (Pfeilspitze), ⊗ heißt, er fließt in den Bildschirm hinein (Pfeilende mit Federn).

Rezepte
Darstellung
Selbst bauen

Tippe ein Teil an, um es auszuwählen.

Forschungsaufträge: ① Vergleiche die drei Darstellungen beim Stabmagneten. Welche verrät die Richtung des Feldes, welche nicht? Wo liegen die Feldlinien am dichtesten? ② Schiebe Nadja in den Stabmagneten hinein. Wohin zeigen die Feldlinien im Innern? ③ Wie sieht das Feld eines geraden Leiters aus? Was ändert sich beim Umpolen? Prüfe die Rechte-Faust-Regel. ④ Warum lenkt Myas Verlängerungskabel (Hin- und Rückleiter) einen Kompass kaum ab? ⑤ Vergleiche das Feld der Spule mit dem eines Stabmagneten.

Station 4: Mya spielt Ørsted – der Strom lenkt die Nadel ab

1820 bemerkte Hans Christian Ørsted während einer Vorlesung, dass ein Strom eine Kompassnadel ablenkt. Strom erzeugt also ein Magnetfeld! Mya baut den Versuch mit ihrem Autobatterie-Ladegerät nach. Nadja liegt als Kompass auf dem Tisch und zeigt zunächst nach Norden, ein langer gerader Draht verläuft dicht über (oder unter) ihr. Links siehst du den Versuch von oben, rechts blickst du in Stromrichtung am Draht entlang. An Nadjas Ort überlagern sich das Erdmagnetfeld BE und das Feld BL des Leiters.

Stromstärke–
Abstand h–
Ablenkung α–
Richtung–

Messtabelle

Nr.I in Ah in cmDrahtα in °tan α

Noch keine Messung. Tippe auf „Notieren“.

Stromkreis
4,0 A

Positive Werte: Strom nach Norden (bzw. nach Osten).

Aufbau
3,0 cm

Aufträge: ① Schalte den Strom ein und aus. Wohin schlägt Nadja aus? Polst du um oder legst du den Draht unter Nadja, was dann? ② Drehe den Draht in Ost-West-Richtung. Warum hatte Ørsted Glück, dass sein Draht zufällig in Nord-Süd-Richtung lag? ③ Miss α für mehrere Stromstärken bei festem h und trage tan α über I auf. ④ Profi Bestimme aus der Steigung den waagerechten Anteil des Erdfelds, im Garten und im Keller.

Station 5: Rechne selbst Profi

µT

Tipps

  • Feld eines langen geraden Leiters: B = μ0 · I / (2π · r) mit μ0 = 4π · 10−7 T·m/A. Die Einheit ist das Tesla, 1 µT = 10−6 T.
  • Praktisch: μ0/(2π) = 2 · 10−7 T·m/A, also B = 0,2 µT · I/A : r/m.
  • Kompass: tan α = BL / BE, wenn der Draht in Nord-Süd-Richtung liegt. BE = 19 µT.
  • Zwei Leiter: Felder addieren sich als Vektoren. Auf der Verbindungslinie zeigen sie gleich- oder gegensinnig.
Merke – Magnete und Magnetfelder:
  • Ferromagnetische Stoffe wie Eisen, Nickel und Kobalt (und viele ihrer Legierungen) werden von Magneten angezogen. Kupfer, Aluminium, Gold, Glas, Kunststoff, die meisten Edelstähle und Lumi nicht.
  • Jeder Magnet hat einen Nordpol und einen Südpol. Gleichnamige Pole stoßen sich ab, ungleichnamige ziehen sich an. An den Polen ist die Wirkung am stärksten. Einzelne Magnetpole gibt es nicht: Zerbricht man einen Magneten, entstehen wieder vollständige Magnete mit je zwei Polen.
  • Ein frei drehbarer Magnet stellt sich in Nord-Süd-Richtung ein. Der Pol, der nach Norden zeigt, heißt Nordpol. Am geografischen Nordpol der Erde liegt also ein magnetischer Südpol.
  • Modell der Elementarmagnete: Ferromagnetische Stoffe bestehen aus winzigen Elementarmagneten (Weiss-Bezirken). Sind sie geordnet, ist der Körper magnetisch. Streichen ordnet sie, Erschütterungen und Erhitzen über die Curie-Temperatur (Eisen: 768 °C) bringen sie wieder durcheinander.
  • Ein Magnetfeld ist der Raum um einen Magneten oder Strom, in dem magnetische Kräfte wirken. Man stellt es mit Feldlinien dar: Ihre Richtung gibt an, wohin der Nordpol einer Kompassnadel zeigt, ihre Dichte zeigt die Stärke des Feldes. Außerhalb eines Magneten verlaufen sie vom Nordpol zum Südpol, innen vom Südpol zum Nordpol. Magnetische Feldlinien sind geschlossen, sie haben weder Anfang noch Ende und kreuzen sich nie.
  • Sichtbar machen kann man Magnetfelder mit Eisenfeilspänen (zeigen den Verlauf, aber keine Richtung) und mit kleinen Kompassnadeln (zeigen auch die Richtung).
  • Jeder elektrische Strom ist von einem Magnetfeld umgeben (Ørsted 1820). Um einen geraden Leiter verlaufen die Feldlinien in konzentrischen Kreisen. Rechte-Faust-Regel: Zeigt der Daumen der rechten Hand in die technische Stromrichtung, zeigen die gekrümmten Finger in Richtung der Feldlinien. (Wer mit der Elektronenflussrichtung arbeitet, nimmt die linke Hand.)
  • Die Felder mehrerer Ströme und Magnete überlagern sich. Bei Hin- und Rückleiter dicht nebeneinander heben sie sich in größerer Entfernung fast auf. Eine stromdurchflossene Spule hat außen ein Feld wie ein Stabmagnet.
  • Profi Für einen langen geraden Leiter gilt B = μ0 · I / (2πr): doppelter Strom → doppeltes Feld, doppelter Abstand → halbes Feld.

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